Visualisierung Crowdfunding

Ergebnisse

Frage 1: Gibt es Auffälligkeiten bei der Anzahl der Projekte in Abhängigkeit von verschiedenen Variablen?

Anzahl der Projekte in Abhängigkeit von der/dem:

a) Erfolg des Fundings

Das Funding-Ziel wurde bei den allermeisten Projekten (über 600.000 Projekte) erreicht. Nur in wenigen Fällen (< 5.000 Fälle) wurde das Funding-Ziel nicht erreicht, d.h. es wurde weniger Geld gefunded als von den Initiatoren als Ziel vorgegeben wurde. Bei einem nur sehr kleinen Prozentsatz der Projekte kam überhaupt kein Funding zustande. In zwei Fällen der knapp 700.000 Projekte wurde das Funding-Ziel sogar übertroffen (mehr Geld eingesammelt als notwendig). In dieser Grafik sind diese kaum ersichtlich, da sie einen verschwindend kleinen Anteil (2.85E-6) an der Gesamtzahl der Projekte ausmachen.

b) Funding-Zielen

c) Funding-Höhen

Die Grafiken zeigen, dass die meisten Projekte mit einer Höhe von 201-500 USD angesetzt (Grafik oben) und dann auch finanziert wurden (Grafik unten). Projekte über 5.000 USD sind eher die Seltenheit. Crowd-Funding scheint eher für Projekte mit "kleineren" Beträgen interessant zu sein.
Ein Unterschied zwischen beiden Grafiken ist fast nicht erkennbar. Abzulesen in Grafik 2 ist jedoch, dass einige Projekte, die mit einem Betrag über 0 USD angesetzt wurden, offensichtlich kein Funding erhielten.

d) Sektoren

In den Sektoren Agriculture (179.223 Projekte), sowie Food (135.749 Projekte) und Retail (123.758 Projekte) werden mit Abstand die meisten Crowdfunding-Projekte realisiert.

Gesamt-Funding-Summe aller Projekte je Sektor

Insgesamt wurden 523 Mio. USD Gelder in verschiedenste Projekte investiert.
Davon wurde mit knapp 133 Mio. USD (siehe Hover-Effekt) bzw. 25,4% der insgesamte investierten Gelder am meisten Geld in den Sektor Agriculture investiert. Gefolgt wird der Sektor Agriculture von den Sektoren Food mit 114 Mio. USD (21,8% aller Fundings in USD) und Retail mit 90 Mio. USD (17,2%). Die übrigen Sektoren machen weniger als 50% an der Gesamtfunding-Summe aus.

e) Ländern

Länder mit den meisten Projekten

Die Größe und Häufigkeit des Landes Philippinen wie auch El Salvador und Kenya zeigen, dass hier viele Projekte finanziert werden.

Anzahl der Top 10 Länder

In den Philippinen und Kenya finden mit 37% aller Projekte (160.361 Stück) respektive 17,3% (75.113 Stück) mit Abstand die meisten Crowdfunding-Projekte statt!

Alternativer Plot, falls man etwas mehr Länder anzeigen will:

Mit plotly express:

Mit Matplotlib

Auch die Balkendiagramme zeigen, dass in den Philippinen und Kenya mit Abstand die meisten Crowdfunding-Projekte stattfinden. Scheinbar wird Crowdfunding hauptsächlich von Schwellen- und Entwicklungsländern genutzt. Das spielt sich auch in der Häufung von niedrig Funding-Zielen (am meisten zwischen 200-500 USD) wieder.

f) Auszahlungsintervallen

Häufigkeiten der Auszahlungsintervalle

Die Fundings werden ca. zur Hälfte in monatlichen Rückzahlungsintervallen zurückgezahlt. Eine unregelmäßiges Rückzahlungsintervall ist mit ca. 30% am zweithäufigsten vertreten. Am seltensten ist die wöchentliche Rückzahlung. Rückzahlungen als Einmalzahlung sind mit ca. 10% vertreten.

g) Geschlechterzusammensetzung der Initiatoren-Teams

Der Plot zeigt, dass die meisten Projekte von reinen Frauenteams geleitet werden.

h) Anzahl der Kreditgeber

Die Verteilung ist stark verzerrt: Die meisten Projekte haben 8 Kreditgeber. Auffällig ist, dass auch Projekte mit einem Kreditgeber besonders häufig sind.

Frage 2: Wovon hängen der Erfolg und die Höhe des Fundings ab?

Fokussiert wurde dabei auf die Frage, welchen Einfluss die Größe und Geschlechterzusammensetzung des Initiatoren-Teams auf das Funding bzw. den Erfolg des Fundings hatte.

1. Sind teurere oder billigere Projekte erfolgreicher?

Funding-Ziel in Abhängigkeit vom Erfolg

Die Grafik zeigt, dass es klare Häufungen bei Projekten mit niedrigerem Funding-Ziel gibt. Bei besonders hohem Funding-Ziel wurde immer ein Funding gegeben: entweder in voller Höhe (= Funding-Ziel erreicht) oder ein geringerer Betrag finanziert (Funding-Ziel nicht erreicht).

2. Welchen Einfluss haben die Eigenschaften des Initiatoren-Teams auf das Funding?

a) Welchen Einfluss hat die Anzahl der Initiatoren?

Die Projekte, die ihr Funding-Ziel erreichten hatten im Schnitt am meisten Initiatoren. Die Projekte, die kein Funding erhielten, hatten im Durchschnitt weniger Initiatoren. Projekte, die sogar mehr Geld erhielten, als sie brauchten wurden immer von einer Person initiiert (mean=1)!

Höhe des Fundings-Ziels

Hier wurden nur die Gruppengrößen mit 10 Initiatoren betrachtet, da eine vorherige Betrachtung aller Gruppengrößen zeigte, dass die größten Auffälligkeiten in diesem Bereich zu finden sind. Das Funding-Ziel scheint am häufigsten bei Gruppengrößen zwischen 5 und 7 erreicht worden zu sein.

Gezahltes Funding in Abhängigkeit der Anzahl der Initiatoren und Erfolg des Fundings

Obwohl es sehr wenige Projekte über 10.000 USD gibt, häufen sich diese bei wenigen Initiatoren. Die meisten Projekte liegen unter 10.000 USD. Bei sehr vielen Initiatoren (mehr als 30) kam immer ein Funding zustande, scheinbar jedoch nur im Bereich bis 10.000 USD.
Es wäre in einer weiteren Analyse sicherlich noch sinnvoll, sich nur die Projekte unterhalb von 10.000 USD anzusehen, da wir es hier mit besonders vielen Projekten zu tun haben. Einen ersten Überblick biete dieser Pairplot, auf den wegen weiterer Fragestellungen jedoch nicht weiter eingegangen wurde:

Ansehen der funded_amounts kleiner 10.000 USD

b) Welchen Einfluss hat die Geschlechter-Zusammensetzung des Initiatoren-Teams?

Die Grafik zeigt, dass gemischt-geschlechtliche Teams im Durchschnitt höhere Finanzierungen erhalten als rein männliche oder rein weibliche Teams. Weibliche Teams fahren dabei im Durchschnitt die geringsten Finanzierungsbeträge ein.

c) Welchen Einfluss haben Anzahl der Initiatoren in Kombination mit der Geschlechter-Zusammensetzung?

Der Plot zeigt, dass Projekte, die über 10.000 USD benötigen, vorwiegend von einer Person geleitet wurden. Interessant ist, dass Männer sich das scheinbar eher zutrauen: unter den alleinigen Projektleitern und denen, die hohe Beträge benötigen häufigen sich die Männer! Frauen und gemischte Teams leiten dafür viele Projekte. Das entspricht auch psychologischen Erkenntnissen, dass sich Männer im Schnitt mehr zutrauen als Frauen und Frauen im Schnitt bessere Team-Player sind.

Diese Vergrößerung des Plots zeigt das sehr deutlich:

Frage 3: Zeigen sich in der Teamzusammensetzung der Initiatoren-Teams Muster?

Rein weibliche Teams bestehen maximal aus 2 Frauen. Davon scheint es aber sehr viele zu geben (siehe Grafik darüber!). Männer arbeiten entweder alleine oder in gemischt-geschlechtlichen Teams, jedoch nie in reinen Männer-Teams! Teams mit mehr als 2 Mitgliedern sind stets gemischt-geschlechtlich.